Mein Leben als digitaler Nomade in Zagreb: Wo man wohnen, arbeiten und Kontakte knüpfen kann
Mein Leben als digitaler Nomade in Zagreb: Wo wohnen, arbeiten und Kontakte knüpfen
Als digitaler Nomade in Zagreb zu leben, war eine der bereicherndsten Erfahrungen meiner Remote-Arbeitsreise. Die Stadt verbindet erschwingliche Preise, Kultur und moderne Annehmlichkeiten nahtlos und ist damit die ideale Basis für ortsunabhängige Berufstätige.
Unterkunft in Zagreb finden: Wo ich wohnte und was ich gelernt habe
Eine der ersten Herausforderungen bei meinem Umzug nach Zagreb war, die richtige Unterkunft zu finden. Zum Glück bietet die Stadt eine breite Palette an Möglichkeiten: von modernen Serviced Apartments und günstigen Studios bis hin zu längerfristigen Mietwohnungen in Wohngebieten.
Kurzzeitaufenthalte
Als ich ankam, entschied ich mich für eine Kurzzeitmiete über Flatio, eine Plattform, die sich hervorragend für digitale Nomaden eignet.
Sie bieten voll möblierte Apartments mit flexiblen Verträgen – ohne langfristigen Mietvertrag oder sofortigen Papierkram. Alles war bereit: schnelles WLAN, ein Arbeitsplatz und teilweise sogar wöchentliche Reinigung.
Für Aufenthalte von einigen Wochen bis zu ein paar Monaten ist auch Airbnb eine beliebte Wahl. Die Preise variieren je nach Jahreszeit, besonders im Frühling und Herbst, wenn weniger Touristen unterwegs sind, findet man gute Angebote.
Langzeitmiete: Leben wie ein Einheimischer

Nach einem Monat Einleben und Stadterkundung zog ich in eine dauerhaftere Ein-Zimmer-Wohnung im Zentrum Zagrebs. Die Miete betrug ca. 524 € monatlich, was angesichts Lage und Zustand fair war.
Ich nutzte Njuškalo.hr (eine lokale Kleinanzeigenplattform) sowie Facebook-Gruppen wie „Expats in Zagreb“ und „Digital Nomads Croatia“ zur Suche und für Tipps. Viele Vermieter verlangen Kaution und manchmal Einkommensnachweise oder Arbeitsverträge, selbst bei möblierten Wohnungen.
Die Nebenkosten lagen bei etwa 227 €/Monat und deckten Strom, Wasser, Heizung, Internet und Hauswartung ab. Die Internetgeschwindigkeit war hervorragend – Zagrebs digitale Infrastruktur ist selbst in älteren Gebäuden überraschend robust.
Tipps zu Stadtteilen
Hier einige Stadtteile, die ich erkundet oder als Wohnort in Betracht gezogen habe:
Donji Grad (Unterstadt): Zentral, gut zu Fuß erreichbar, viele Restaurants, Cafés und Coworking-Spaces. Ideal, wenn man mitten im Geschehen sein möchte.
Maksimir: Ruhiger, mehr Wohngebiet mit schönen Parks und etwas günstigeren Mieten. Perfekt, wenn man Grünflächen und Ruhe bevorzugt.
Trešnjevka: Beliebtes, erschwingliches Viertel mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
Jarun: In Seenähe, toll für Outdoor-Fans. Etwas weiter vom Zentrum, aber mit hoher Lebensqualität.
Ein Hinweis zu Mietverträgen
Viele Vermieter sind offen für informelle Barzahlungen, aber ich empfehle, auf einem schriftlichen Vertrag zu bestehen – vor allem, wenn man das Digital Nomad Visum beantragt, das einen Unterkunftsnachweis erfordert. Einige Agenturen und Plattformen helfen bei der Dokumentation.
Remote Arbeiten: Coworking-Spaces

Zagreb hat eine starke digitale Infrastruktur mit zuverlässigem Highspeed-Internet. Ich arbeitete oft im Cowork Zagreb, einem modernen Coworking Space mit lebendiger Community.
Als digitaler Nomade habe ich gelernt, dass der richtige Arbeitsplatz entscheidend für die Produktivität ist. Cowork Zagreb war für mich perfekt.
Es ging nicht nur um einen Schreibtisch und gutes WLAN (beides top). Vielmehr war die inspirierende Atmosphäre mit gleichgesinnten Menschen das Entscheidende.
Der Space liegt mitten in der Stadt, alles war fußläufig erreichbar, und die Straßenbahnverbindungen erleichterten das Erkunden vor oder nach der Arbeit.
Das größte Plus? Die Community. Schnell knüpfte ich Kontakte zu anderen Profis, Freelancern und Unternehmern, mit einigen arbeite ich noch zusammen. Regelmäßige Networking-Events und lockere Kaffee-Treffen halfen beim Ideenaustausch und Aufbau von Kontakten.
Cafés gibt es viele, doch nicht alle eignen sich fürs Arbeiten wegen der lokalen Sozialkultur. Viele sind aber gastfreundlich für Remote Worker und bieten eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Essen und Alltag
Ein Vorteil des Lebens in Zagreb ist die günstige Lebenshaltung. Ein Essen in einem günstigen Restaurant kostet ca. 7,21 €, ein Cappuccino etwa 1,77 €.
Die Stadt ist gut zu Fuß erschließbar, und der öffentliche Nahverkehr ist effizient – eine Monatskarte kostet ca. 55,57 €.

Frisches Obst und Gemüse gibt es günstig auf lokalen Märkten. Besonders mochte ich den Dolac-Markt, wo ich alles fand, inklusive vieler lokaler Spezialitäten.
Die Kultur erleben
Zagreb bietet ein reichhaltiges Kulturangebot: Historische Stätten, Museen, lebhafte Festivals und ein dynamisches Nachtleben.
Ich besuchte das INmusic Festival, das internationale und lokale Künstler vereinte – ein unvergessliches Erlebnis.

Auch der Adventsmarkt verwandelt die Stadt jedes Jahr in ein Winterwunderland.
Das Digital Nomad Visum
Ein Grund, warum ich Zagreb als Remote-Standort wählte, ist das 2021 eingeführte Digital Nomad Visum. Es erlaubt Nicht-EU/EEA-Bürgern, bis zu einem Jahr hier zu bleiben und remote zu arbeiten.
Die Beantragung war überraschend unkompliziert: Nachweis über Einkommen (ca. 2.539 €/Monat), Unterkunft, Krankenversicherung und sauberen Hintergrundcheck sind nötig.

Ich beantragte online vor Ankunft, der Prozess dauerte ein paar Monate, war aber klar strukturiert und gut machbar.
Ein großer Vorteil: Digital Nomads sind während ihres Aufenthalts von der kroatischen Einkommenssteuer auf ausländisches Einkommen befreit.
Wer sich bewerben möchte, sollte auf der offiziellen Regierungsseite starten.
Eine Gemeinschaft in Zagreb aufbauen
Das Schönste an meinem Aufenthalt war das Gemeinschaftsgefühl. Anders als in großen europäischen Hauptstädten fühlte ich mich hier nicht anonym, sondern in einem freundlichen, eng verbundenen Umfeld.
Netzwerke für digitale Nomaden
Ich trat früh einer digitalen Nomadengruppe auf Facebook bei, die sich als wertvolle Ressource erwies. Dort gab es viele Posts zu Meetups, Coworking, Unterkunftstipps und Visafragen.
So entdeckte ich wöchentliche Kaffeetreffen, Coworking-Tage in verschiedenen Spaces und gelegentliche Weinabende oder Pub-Quiz.
Die Gruppe besteht aus Expats, Freelancern und Langzeitnomaden – spannende Gespräche sind garantiert.
Sprachaustausch & kulturelle Events
Um die lokale Kultur besser kennenzulernen, besuchte ich Sprachaustausch-Treffen. Diese halfen mir, mein Kroatisch zu verbessern und Einheimische zu treffen, die auch an meiner Kultur interessiert waren.
Ich meldete mich auch für kreative und berufliche Workshops an – von Fotografie über UX-Design bis Yoga und kroatischem Kochen.
Coliving & Coworking Verbindungen
Das Arbeiten bei Cowork Zagreb half mir, weitere Kontakte zu knüpfen. Die Atmosphäre war freundlich und kooperativ, spontane Kaffee-Gespräche führten oft zu längeren Gesprächen über Reisen, Remote-Tools oder lokale Tipps.
Wenn man nicht von Natur aus extrovertiert ist, kann ein strukturierter Coworking Space eine soziale Brücke zum Freundeskreis sein.
Sozial bleiben
Ich kam nicht mit dem Ziel, eine Community aufzubauen, doch ich verließ Zagreb mit einem festen Freundeskreis, mit dem ich noch reise und arbeite. Von gemütlichen Abendessen in der Altstadt bis zu Wochenendausflügen zu Plitvice oder an die Küste – die Freundschaften hier sind das Highlight meiner Zeit.